Gruppe
Fricktal

Amnesty
Konzert 4. Nov. 2011 im Schützenkeller Rheinfelden: Der Auftritt von Heinrich Müller
& Band war ein toller Erfolg
Amnesty-Bericht zu Syrien
Starke
Zunahme von Todesfällen in den Gefängnissen
Zürich, 30. August 2011. Todesfälle
in syrischen Gefängnissen haben in besorgniserregendem Ausmass
zugenommen. In einem neuen Bericht dokumentiert Amnesty
International für den Zeitraum vom 1. April bis zum 15. August
2011 88 Todesfälle von Häftlingen, die im Zuge der Repression
gegen die Protestbewegung verhaftet worden sind. Darunter
befinden sich auch 10 Kinder. In mindestens 52 Fällen gibt es
deutliche Hinweise auf Folter oder Misshandlung.
Seit Monaten gehen die syrischen
Sicherheitskräfte mit brutaler Gewalt gegen die Protestbewegung
vor. Amnesty International führt eine Liste mit den Namen von
mehr als 1800 Personen, die seit Beginn der Protestwelle getötet
worden sind. Seit März 2011 finden im ganzen Land
Massenverhaftungen statt.
Gleichzeitig hat die Zahl von Todesfällen
in syrischen Gefängnissen besorgniserregend zugenommen. Im neuen
Report «Deadly detention: Deaths in custody amid popular protest
in Syria» dokumentiert Amnesty International 88 Fälle von
Personen, die zwischen dem 1. April und dem 15. August 2011
verhaftet worden und danach in Haft umgekommen sind.
Die 88 Todesfälle in Haft sind eine
drastische Zunahme. In den letzten Jahren hat Amnesty
International jeweils von rund 5 Fällen pro Jahr erfahren. «Eine
solche Häufung von Todesfällen hinter Gittern kann kein Zufall
sein. Sie sind wohl die Folge derselben tödlichen Gewalt, die
täglich auf syrischen Strassen ausgeübt wird», sagte Reto Rufer,
Kampagnenkoordinator der Schweizer Sektion von Amnesty
International für den arabischen Raum. «Die Hinweise auf Folter,
die wir erhalten haben, sind schockierend. Das syrische Regime
verfolgt die Opposition systematisch und mit grosser
Brutalität.»
Bei den 88 Todesfällen handelt es sich um
Männer, die wegen ihrer - tatsächlichen oder vermuteten -
Teilnahme an den anhaltenden Massendemonstrationen festgenommen
worden sind. Sie stammen aus den Bezirken Damaskus, Rif Damashq,
Idlib, Hama, Aleppo und insbesondere Homs und Dera'a. Unter den
Toten sind auch zehn Kinder im Alter von 13 bis 18 Jahren.

In mindestens 52 Fällen verfügt Amnesty
International über gewichtige Hinweise, dass Folter und
Misshandlung zum Tod geführt oder zumindest dazu beigetragen
haben. Die Organisation hat 45 Videoclips analysiert, die
Angehörige und MenschenrechtsaktivistInnen aufgenommen haben,
nachdem die Leichen freigegeben worden sind. 20 dieser Aufnahmen
wurden unabhängigen forensischen ExpertInnen vorgelegt. Die
dokumentierten Verletzungen legen die Vermutung nahe, dass die
Getöteten brutalster Gewalteinwirkung ausgesetzt waren: Die
Körper der Leichen zeigen Spuren massivster Schläge,
Verbrennungen und Schnittverletzungen.
«Zusammen mit der weit verbreiteten und
systematischen Gewalt bei der Niederschlagung der Proteste
könnten diese gehäuften Todesfälle in syrischen Gefängnissen den
Tatbestand der Verbrechen gegen die Menschlichkeit erfüllen»,
meint Reto Rufer. Amnesty International ruft daher den
UN-Sicherheitsrat dringend auf, den Internationalen
Strafgerichtshof (ICC) mit Ermittlungen zu beauftragen, ein
umfassendes Waffenembargo zu erlassen sowie die Vermögenswerte
von Präsident Assad und führender Mitglieder des Regimes zu
sperren.
«Im Gegensatz zu den Massnahmen der Schweiz oder der EU
ist die Reaktion des UN-Sicherheitsrates bisher völlig
ungenügend. Neben China und Russland sperrten sich namentlich
Indien, Brasilien und Südafrika gegen eine griffige Resolution.
Es ist zwar spät, aber nicht zu spät für entschiedenes Handeln
auch seitens des Sicherheitsrates»
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Fricktal
4/5 Juni 2011. Fotoaktion am 17. „Festival der Kulturen“ in
Rheinfelden

Amnesty-Jahresbericht 2011
Die
historische Wende ist auf Messers Schneide
13. Mai 2011, London/Zürich. Der
unerschrockene Ruf nach Freiheit in Nordafrika und im Nahen
Osten bietet mit Unterstützung von Social Media eine nie
dagewesene Chance, die Menschenrechtslage weltweit zu
verbessern. Doch der Wandel stehe heute auf Messers Schneide,
erklärte Salil Shetty, Generalsekretär von Amnesty
International, anlässlich der Veröffentlich des Jahresberichts
2011 von Amnesty International. Für die Schweiz fällt die
Menschenrechtsbilanz zwiespältig aus. Neben positiven
Entwicklungen wie die humanitäre Aufnahme von
Guantánamo-Häftlingen war die Annahme der
«Ausschaffungsinitiative» ein deutlicher Rückschritt.
«Seit
1961 bringt die Flamme der Amnesty-Kerze Licht ins Dunkel und
deckt Menschenrechtsverletzungen weltweit auf. Heute stehen wir
nun an der Schwelle zu einer historischen Wende», erklärte Salil
Shetty, Generalsekretär von Amensty International, anlässlich
der Veröffentlichung des Jahresberichts 2011 in London. Die
grösste Menschenrechtsorganisation feiert am 28. Mai den 50.
Geburtstag.
«Die Menschen verweigern sich
der Angst. Angeführt von der jüngeren Generation widersetzen sie
sich dem Kugelhagel, dem Tränengas und den Panzern. Mit Mut und
neuen Kommunikationstechnologien gelingt es den Aktivistinnen
und Aktivisten, die Einschränkung der Meinungsäusserungsfreiheit
zu umgehen und die blutige Unterdrückung von friedlichen
Protesten öffentlich zu machen. Sie senden ein deutliches Signal
an die repressiven Regimes: Eure Tage sind gezählt!»
Obwohl die Entschlossenheit der
Protestierenden und die neuen Kommunikationstechnologien den
Menschenrechten starken Auftrieb geben, ist die
Meinungsäusserungsfreiheit weltweit in Bedrängnis. Der
Jahresbericht 2011 von Amnesty International listet nicht
weniger als 89 Länder auf, in denen die Meinungsfreiheit
eingeschränkt wird. In mindestens 48 Staaten sind weiterhin
Menschen aus Gewissensgründen hinter Gittern. Berichte über
Folter und Misshandlungen dokumentierte Amnesty International in
98 Ländern sowie unfaire Gerichtsverfahren in 54 Staaten.

Gemischte Bilanz im
Schweizer Kapitel
Positiv vermerkt der
Amnesty-Jahresbericht 2011, dass der Bundesrat im vergangenen
Jahr eine nationale Kommission zur Verhütung von Folter
eingesetzt und ein Schweizer Kompetenzzentrum für Menschenrechte
eingerichtet hat. Zudem beschloss die Schweiz im Dezember, das
Internationale Übereinkommen zum Schutz aller Personen vor dem
Verschwindenlassen zu unterzeichnen. Im Januar und März 2010
wurden drei ehemalige Häftlinge aus dem US-Gefangenenlager
Guantánamo aufgenommen. Drei weitere Asylgesuche von ehemaligen
Häftlingen sind noch nicht endgültig entschieden.
Ein deutlicher Rückschritt aus
Sicht der Menschenrechte war hingegen die Annahme der
«Ausschaffungsinitiative» am 28. November. Sie erlaubt die
automatische Rückschaffung ausländischer Staatsangehöriger, die
wegen bestimmter Straftaten verurteilt wurden. Eine Umsetzung
derartiger Ausschaffungen, ohne den betroffenen Personen die
Möglichkeit zu gewähren, Rechtsmittel einzulegen, ist ein
Verstoss gegen die völkerrechtlichen Verpflichtungen der
Schweiz.
Im Kapitel zur Schweiz weist
Amnesty International auf die Stellungnahmen von verschiedenen
Uno-Gremien hin, die sich kritisch zur Menschenrechtslage
geäussert haben. Im Mai kritisierte der Uno-Ausschuss gegen
Folter die exzessive Gewaltanwendung der Polizei bei einzelnen
Vernehmungen, insbesondere bei Verhören ausländischer
Staatsangehöriger. Der Ausschuss betonte die Notwendigkeit zur
Einrichtung eines unabhängigen Mechanismus für die Untersuchung
derartiger Beschwerden in den einzelnen Kantonen. Im November
bemängelte der Uno-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und
kulturelle Rechte die Unterbringung von Asylsuchenden in
unterirdischen Zivilschutzanlagen für unbestimmte Zeit.

Todesstrafe
2010
Im Jahr 2010 wurden mindestens
527 Menschen hingerichtet. In dieser Zahl sind jedoch
nicht die Tausenden von Exekutionen enthalten, die vergangenes
Jahr in China vermutlich durchgeführt wurden. Letztes Jahr
beschloss Amnesty International, über die Anwendung der
Todesstrafe in China, wo diese Daten als Staatsgeheimnis
behandelt werden, auch keine annähernd geschätzten Zahlen mehr
zu veröffentlichen. Statt dessen forderte Amnesty International
die chinesischen Behörden auf, die Zahlen der jedes Jahr zum
Tode Verurteilten und Hingerichteten bekannt zu geben und damit
ihre Behauptung unter Beweis zu stellen, die Todesstrafe werde
dort inzwischen in geringerem Ausmass angewendet.
Amnesty
International Fricktal sammelte Unterschriften zum Internationalen
Frauenrechtstag
Standaktion am 12.03.2011
in Laufenburg.

Je ca. 200 Unterschriften für Nothilfe "Eine Sackgasse für alle"
und ca. 200 Unterschriften für Nicaragua "Tabuthema
Vergewaltigung"