Betr. Wiedergutmachung des Staates Kolumbien im Pueblo Bello Fall
Am 14. Januar 1990 wurden im Dorf Pueblo Bello in Kolumbien 40 der insgesamt 600 Einwohner zusammen mit drei Fahrern zum „Verschwinden“ gebracht, weil sie sich gegen den Landbesitzer, für den sie arbeiteten, gewehrt hatten. Alles deutete darauf hin, dass die Täter eine paramilitärische Gruppe mit engen Verbindungen zur kolumbianischen Armee waren. Der Fall konnte sich nicht noch schwieriger präsentieren... Der Kampf der Familienangehörigen zusammen mit der Unterstützung von internationalen NGOs, darunter unsere Gruppe, fing an. Das Ziel war WAHRHEIT, GERECHTIGKEIT und WIEDERGUTMACHUNG zu erlangen. Der Fall wurde im Oktober 2005 beim Interamerikanischen Menschenrechtsgerichtshof eingereicht und das Urteil kam ein Jahr später zugunsten der Familienangehörigen.
Nun findet am 4 März dieses Jahres in Bogotá die öffentliche Wiedergutmachung durch den Staat Kolumbien zugunsten der Familienangehörigen statt. Das Verteidigungsministerium wird bei einem öffentlichen Anlass die Familienangehörigen um Vergebung bitten. Unsere Gruppe ist auch eingeladen worden. Die Sektion wird auch in unserem Namen den Familienangehörigen unsere Freude und Solidarität aussprechen. Für mich und unsere Gruppe bedeutet das einen Riesenerfolg. Die Dossiers voller Briefe und Antworten sind Zeugen des unermüdlichen und hartnäckigen Kampfes, den alle Parteien geführt haben.
„Ein Ticket für ihre Rechte“ –Amnesty International Fricktal sammelt über 400 Unterschriften in Laufenburg
Im Zentrum der Standaktion stand eine aktuell international durchgeführte Kampagne, welche die Öffentlichkeit am Beispiel Südafrika auf die Zusammenhänge zwischen Gewalt gegen Frauen, HIV-Aids, Armut und dem Recht auf Gesundheit aufmerksam macht. Aus allen Teilen der Welt sollen Briefe an die Behörden Südafrikas geschickt werden. Ziel ist, die Regierungsmitglieder aufzufordern, im Sinne der Empfehlungen von Amnesty International aktiv zu werden.
Menschenrechte und das Recht auf Gesundheit sind eng miteinander verknüpft. In Südafrika gab es im vergangenen Jahr 5,7 Millionen HIV-positive Menschen, davon waren 55 Prozent Frauen. Das Ansteckungsrisiko junger Frauen unter 25 ist drei- bis viermal so hoch wie bei Männern derselben Altersgruppe.
Viele der erkrankten Frauen sind gleichzeitig Opfer häuslicher Gewalt oder anderer, sexueller Übergriffe. Ihre finanzielle Abhängigkeit von ihren Männern macht es ihnen oft schwer, einen Ausweg aus ihrer Situation zu finden. Es gibt zu wenige Anlaufstellen wie beispielsweise Frauenhäuser, wohin sich die Frauen mit ihren Kindern flüchten könnten. Und auch der Zugang zu medizinischer Versorgung braucht finanzielle Mittel, was das Motto der Kampagne erklärt: „Ein Ticket für ihre Rechte“. Es braucht Geld für ein Bus- oder Zugticket, um das nächstgelegene Krankenhaus erreichen zu können. Dabei kann eine verbesserte, diskriminierungsfreie medizinischen Versorgung in den Provinzen nach den Recherchen Amnesty Internationals die Ansteckung mit Aids im Idealfall sogar verhindern.
Die Standaktion war mit über 400 gesammelten Unterschriften ein toller Erfolg. Der Dank gilt der Bevölkerung Laufenburgs und Umgebung.
